20.02.2008
Mit der Entscheidung, einen ausgewiesenen Kampfverband nach Afghanistan zu entsenden, ist der Schritt in einen verhängnisvollen Automatismus beschlossen worden.
War bereits der angeforderte Tornado-Einsatz ein erster gelungener Coup der Amerikaner, die deutschen Truppen in ihre OEF-Kriegsführung (Operation Enduring Freedom) mit einzubeziehen und somit in eine Front einzubinden, in die wir Deutsche nicht gehören, so ist der Kampfverband der schnellen Eingreiftruppe der endgültige Schritt hin zu einer aktiven Kriegspartei! Die rund 250 Mann starke Truppe wird nun sehr schnell an allen Brennpunkten des von den Amerikanern begonnenen Afghanistan-Konfliktes eingesetzt werden.
Bereits auf der ersten Pressekonferenz zum bevorstehenden Einsatz nahm der Verteidigungsminister Jung die zuvor vollmundig ausgesprochene absolute Begrenzung des Einsatzes auf den Norden des Landes zurück und sprach auch von der Selbstverständlichkeit, den Verbündeten in ?Notfällen? auch in anderen Regionen Unterstützung zukommen zu lassen. Jedem Soldaten ist somit klar, daß die Amerikaner auf diese Weise eine direkte Anforderungsmöglichkeit für unsere Truppe haben und diese selbstverständlich auch nutzen werden. Wann und wo eine gefährliche Situation für den Nato-Verbündeten Amerika eingetreten ist, bestimmen nun mal die amerikanischen Kommandostellen. Wer da als Abgeordneter in Berlin ernsthaft darauf baut, unsere butterweichen, Amerika-hörigen Politiker würden solch eine Anforderung ablehnen, der darf sich mindestens tödliche Einfalt vorwerfen lassen. Wann denn dieser Notfall für beendet erklärt wird und somit die Deutschen wieder in den Norden zurück ?dürfen?, bestimmt selbstverständlich auch der Amerikaner.
Tödlich ist diese Politik in erster Linie für unsere rund 3500 Männer und Frauen in Afghanistan, die dort völlig konzeptlos und mangelhaft für derartige Kampfeinsätze ausgerüstet, einem Feind gegenüberstehen, der bereits vielen Besatzern das Fürchten lernte und im Irak dabei ist, die gesamte amerikanische Militärmacht der Weltöffentlichkeit vorzuführen! Anstatt sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, mit welch einer Strategie man da unsere Truppen wieder rausholen kann, werden immer mehr Mannschaften, Waffen und Gerät an die Front am Hindukusch gesandt. Schwere Waffen und Panzer werden folgen, sind sie doch das ?Handwerkszeug? der ersten Panzerdivision aus Niedersachsen. Und wer kann schon ohne sein ?Handwerkszeug? eine effektive Arbeiten leisten?
Bereits auf der NATO-Konferenz in Litauen wurde nun laut darüber nachgedacht, das Kontingent um 1000 weitere Bundeswehrsoldaten bis zum Jahresende aufzustocken ! Dieser Einsatz ist dem Volk nicht mehr zu vermitteln und stellt einen weiteren Höhepunkt in der Desinformation von Soldaten und deren Angehörigen dar. Es darf davon ausgegangen werden, daß die Verstärkung bereits abgemachte Sache zwischen Amerikanern und Bundesregierung ist. Dieses Verheizen eigener Truppen, sozusagen vom grünen Tisch aus, wird durch die nationale Opposition auf das schärfste verurteilt und entsprechend thematisiert werden!
Ausnahmslos alle Parteien im Berliner Reichstag haben grandios versagt und spielen mit in diesem tödlichen Spiel der amerikanisch dominierten NATO-Strategie. Auch die LINKS-Partei sei hier mit ihrer halbherzigen und letztlich systemkonformen Kritik ausdrücklich erwähnt. Der durch Gregor Gysi im Jammerton hervorgebrachte Hinweis auf Völkerrecht und Überfluggenehmigungen für US-Flieger spricht für viele Deutsche schon wichtige Bereiche an, doch fehlen hier, wie immer bei der LINKEN, die klaren, sich aus diesen Beobachtungen ergebenen Forderungen, die wieder einmal zu aller erst und ausdrücklich von der nationalen Opposition formuliert werden. Man darf gespannt sein ob und wann sich die LINKEN hier eindeutig positionieren.
Die NPD jedenfalls fordert:
- Raus aus der Nato
- Abzug aller fremden Truppen von deutschem Boden
- Sofortige Schließung des deutschen Luftraumes für alliierte Kriegseinsätze in aller Welt
- Schließung der Logistikbasen der Amerikaner in Süddeutschland
- Kurzfristige Einleitung eines Truppenabzugs aus Afghanistan und anderen Kriegsschauplätzen
- Wiederherstellung einer Territorialarmee, die ausschließlich der Heimatverteidigung dient
HOLT UNSERE JUNGS DA RAUS! Solange es noch in geordneten Verhältnissen möglich ist!
Thomas Wulff
Referat Wehrpolitik im NPD-Parteivorstand