NPD Unterbezirk Heide/Wendland - Die soziale Heimatpartei

21.10.2011

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Der Boom der Teilzeitarbeit und die Lüge vom Fachkräftemangel

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Gastkommentar von Ronny Zasowk für den Unterbezirk Lüneburg

Der Fachkräftemangel wird von der Politik gern bemüht, um qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland einzufordern. Hat man angesichts der nicht unerheblichen Manipulationen an der Arbeitslosenstatistik schon gewußt, daß Millionen deutsche Arbeitslose ein gigantisches Reservoir an echten und potentiellen Fachkräften darstellen, belegt nun eine Studie zur Teilzeitarbeit, daß dieses Reservoir noch wesentlich größer ist.

In unserem Land arbeiten mehr als 10 Millionen Menschen in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen. Das sind 26 Prozent aller Erwerbstätigen. Damit liegt Deutschland erheblich über dem EU-Durchschnitt. Dies als arbeitsmarktpolitischen Erfolg zu bewerten, würde an der Realität vorbeigehen. Langfristige Teilzeitarbeit führt letztlich in vielen Fällen auch zu Altersarmut, besonders bei Alleinerziehenden und allgemein bei Frauen. So ist die Freude des Vorstandsmitglieds der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, daß die Lage der Arbeitslosen in HartzIV so gut wie noch nie sei, doch sehr einseitig. Die Lage der HartzIV-Empfänger hat sich nicht gebessert und die Tatsache, daß über die Hälfte der in den letzten 5 Jahren geschaffenen Stellen prekär oder schlecht entlohnt ist, sollte den Freudentaumel des Funktionärs doch etwas dämpfen.

Jeder fünfte Teilzeitbeschäftigte sieht sich gezwungen, Teilzeit zu arbeiten, weil er keine Vollzeitstelle findet. Jeder Vierte möchte gern mehr arbeiten.

Die Propagandisten des Fachkräftemangels werden jetzt argumentieren, daß die Teilzeitarbeiter den Mangel nicht beheben können, weil sie zumeist Geringqualifizierte seien. Doch entspricht dies längst nicht mehr der Realität. Auch bei den mittelmäßig Qualifizierten stieg der Anteil an Teilzeitarbeitern auf 28 Prozent. Selbst bei Hochqualifizierten liegt der Anteil an Teilzeitstellen bei 19 Prozent. Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sprechen beschönigend von einem „robusten Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt“ – die Altersbezüge der Betroffenen werden wohl weniger robust ausfallen.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat errechnet, daß es 2025 dreieinhalb Millionen weniger Erwerbsfähige als heute geben wird. Daß dieses Zukunftsszenario nicht mit Massenzuwanderung, sondern mit der Schaffung und Förderung von Vollzeitstellen, einer staatlich finanzierten Qualifizierungsoffensive und der forcierten Heimkehr ausgewanderter deutscher Fachkräfte abgewendet werden muß und kann, zeigen die Zahlen. Die aktuelle Studie des DIW demonstriert, daß die Potentiale an unterbeschäftigten Arbeitskräften enorm sind. 28 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten und 32 Prozent aller so genannten Minijobber wollen wesentlich mehr arbeiten, finden nur keine adäquate Stelle. Teilzeitkräfte arbeiten derzeit im Durchschnitt 18 Stunden in der Woche. Ginge es nach ihren tatsächlichen Wünschen und ihrem finanziellen Bedarf, wären es im Schnitt 34 Stunden. Potential für die Deckung etwaiger künftiger Mängel an Fachkräften wäre also durchaus gegeben.

So sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke: „Den gesamten Arbeitsplatzaufbau in den letzten zehn Jahren haben wir über Teilzeitarbeit geschafft. Die geleisteten Arbeitsstunden, also das Arbeitsvolumen, hat sich überhaupt nicht erhöht. Das heißt, immer mehr Leute arbeiten im Schnitt immer kürzer." Und verdienen dementsprechend real auch wesentlich weniger, was sich wiederum künftig in sinkenden Altersbezügen niederschlagen wird.

Das Gerede vom Fachkräftemangel erweist sich immer wieder als plumper Versuch, so genannter qualifizierter Zuwanderung das Wort zu reden. Eine verantwortliche, am Wohl des eigenen Volkes orientierte politische Kraft muß stattdessen alles dafür tun, das eigene Volk in die Lage zu versetzen, die wirtschaftliche Zukunft des Landes in die eigene Hand zu nehmen.


Ronny Zasowk,Referatsleiter Politik

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