06.05.2008
Zum 190. Geburtatag von Karl Marx

Am 5.Mai 1818 wurde Karl Marx in Trier geboren.
Anläßlich der wohlwollenden Kommentare und Jubelfeiern, ist ein kritischer Rückblick notwendig.
Denn während die Stalinistin Sarah Wagenknecht zu öffentlichen Podiumsdiskussionen eingeladen wird, versuchen umerzogene Spätzünder
bewährte Traditionen in Trier zu beseitigen.
So hat nun am 6.März diesen Jahres der Stadtrat der Moselmetropole Trier beschlossen, das altehrwürdige Hindenburg Gymnasium Trier(HGT) umzubenennen. Ausgerechnet die CDU forcierte die unnötige Umbenennung. Als Begründung wurde die neusprachliche Ausrichtung des Gymnasiums und die enge Kooperation mit französischen Schulen von den vermeintlich konservativen Unionspolitikern ins Feld geführt. Da Hindenburg Hitler zur Macht verhalf, würde der Name Hindenburg nicht mehr zur inhaltlichen Konzeption des Gymnasiums passen. Hindenburg sei eben nun mal kein Vorbild mehr für die deutsche Jugend.
Dabei gibt es in Trier wichtigere Probleme, die auf eine Lösung beharren.
Die Trierer werden geplagt von kaputten Straßen, unsicheren Bussen, kriminellen Banden und einem Schuldenberg von über 30 Millionen Euro. Sogar die Schließung von städtischen Friedhöfen wird in Erwägung gezogen.
Selbst die umerzogene Schülerschaft interessiert sich kaum für die Namensänderung.
Gerade mal zwei Schüler besuchten die öffentliche Diskussionsveranstaltung in der Volkshochschule. Dabei ist gerade in Zeiten eines allgemeinen Werteverfalles die Bezugnahme auf den redlichen Preußen Hindenburg für die deutsche Schülerschaft angebracht.
Als Soldatenkind wurde Paul von Hindenburg 1847 in Posen geboren.
Hindenburg war nachhaltig vom nationalen Gemeinschaftsgeist von 1914 ergriffen.
Bei der Schlacht von Tannenberg schlug er das überlegene Herr der Russen vernichtend.
Im Gegensatz zu den heutigen Bundespräsidenten wurde Hindenburg zweimal von dem deutschen Volk als Reichspräsident gewählt. Pikanterweise sogar mit Unterstützung der SPD.
Chauvinistische Überheblichkeit war Hindenburg fremd. Der Generalfeldmarschall verachtete Adolf Hitler als „böhmischen Gefreiten", obwohl dieser als österreichischer Freiwilliger keinen höheren Dienstgrad im deutschen Heer einnehmen durfte und er wegen Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.
Trotz persönlicher Befindlichkeiten hielt sich aber Hindenburg peinlich genau an die geltende Gesetzeslage. Als die NSDAP in Deutschlands größter Not zur stärksten Partei wurde und die Angst vor bolschewistischen Bürgerkriegsproben umging, ernannte Hindenburg den Führer der nationalsozialistischen Bewegung zum Reichskanzler.
Aufgrund fehlender prophetischer Fähigkeiten konnte der kriegserfahrene Staatsmann nicht erkennen, welche Folgen die Ernennung Hitlers in der Weltgeschichte haben sollte.
Keineswegs war Hindenburg ein Feind des französischen Volkes.
In seinem 1919 erschienen Buch „ Aus meinem Leben" schreibt der Generalfeldmarschall:
„ So wenig ich geneigt bin, einem Kosmopolitismus zu huldigen, so weit entfernt war ich stets von der Voreingenommenheit andern Völkern gegenüber; trotz aller wesensfremder Eigenschaften verkannte ich ihre guten Seiten nicht.
So hat das französische Volk zwar für mich ein zu lebhaftes und daher zu rasch wechselndes Temperament; andererseits aber finde ich in dem ´ Elan ´, der gerade in schwersten Zeiten in diesem Volke ganz einzigartig lebendig werden kann, einen besonderen Vorzug."(Hirzel Verlag, Leipzig, 1934,S.44) Der deutsch – französischen Freundschaft steht somit Hindenburg posthum eigentlich nicht im Wege.
Letztlich geht es den Hindenburg – Gegnern nicht um die Taten, sondern vielmehr die gewissenhafte, soldatische, vaterlandsliebende und damit durch und durch preußische Haltung des 1934 verstorbenen Reichspräsidenten und Ehrenbürgers der Stadt Trier.
So erklärte einst der alte Soldat : „Maßgebend in meinem Leben und Tun war für mich nicht der Beifall der Welt, sondern die eigene Überzeugung, die Pflicht und das Gewissen."
Mit dieser Grundeinstellung können sich Politiker von CDU und SPD nicht identifizieren.
Am Rande der CDU- Diskussionsveranstaltung wurde Einblick in den interessanten Prozeß der Namensfindung für öffentliche Einrichtungen gegeben. „ Lebende Personen sind ausgeschlossen. Eine gewisse Distanz sollte da sein ebenso wie die Verdientheit, sei es historisch, persönlich oder kulturell. Als Ausschluß sollten schlechte Aussprachen gelten," erklärte eine Vertreterin der angesehenen Katholischen Akademie Trier.
Es ist die arrogante Geschichtsbetrachtung, infolge der alliierten „Re- education" nach der deutschen Niederlage, der 68er –Generation, die ihre verquasten Wertmaßstäbe in die Vergangenheit projiziert und historische Persönlichkeiten mit dem Wissensstand von heute zu vergleichen sucht. Diese Verfahrensweise führt zwangsläufig zu Fehlurteilen.
Heuchlerisch wird dieses Vorgehen jedoch, wenn an historische Ereignisse und Personen zweierlei Maßstäbe angelegt werden. Bestes Beispiel für das doppelbödige Denken „fortschrittlicher" Zeitgenossen ist wohl Triers bekanntester Sohn : Karl Marx.
Karl Marx wurde am 5.Mai 1818 in Trier in beachtlichem Wohlstand geboren.
Sein Vater Herschel Mordechai hatte seinen Namen in Heinrich Marx geändert und konvertierte zum evangelischen Glauben, obwohl sein Bruder in der jüdischen Gemeinde als Rabbiner tätig und sogar sein Vater Meir Halevi ebenfalls Rabbiner war.
Marx war ein entwurzelter Kosmopolit, der auf die einfachen Arbeiter herab sah, bezeichnete er sie doch als „Knoten" und mied selbst jegliche körperliche Arbeit.
Stattdessen betrog Marx seine Gemahlin mit der jüngeren Haushälterin und ließ sich jahrelang vom Industriellen Engels finanziell aushalten.
Marx bediente sich hemmungslos an den theoretischen Forschungsergebnissen anderer.
In der praktischen Politik scheiterte Marx kläglich, was im Niedergang der 1. Internationale deutlich wurde.
Marx propagierte Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele.
Das von Marx und Engels im Revolutionsjahr 1848veröffentlichte „Manifest der Kommunistischen Partei" redete einer Diktatur des Proletariats das Wort. Marx war damit alles andere als ein Demokrat.
Süffisant beschreibt übrigens der Zeitzeuge Hindenburg das Dilemma der damaligen SPD, die den Aufstand der Kommune in Paris 1871 hochleben ließ, aber als sie selber an der Macht war, die kommunistischen Umsturzversuche 1918 mit Hilfe der „reaktionären" Freikorps blutig niederschlug.
Marx blickte neidisch auf die herrschenden Eliten, die als Leistungsträger ökonomischen und gesellschaftlichen Einfluß hatten. Mit Hilfe der ungebildeten Arbeiter als „nützliche Idioten" wollte Marx die alte Elite beseitigen, um sich und seinesgleichen an deren Stelle an die politischen Futtertröge zu setzen.
Seine Theorien verfingen nicht, denn kommunistische Revolutionen fanden nicht in hochindustriellen Staaten, sondern ausschließlich in unterentwickelten Regionen statt.
Nirgends kamen Kommunisten legal durch Wahlen an die Macht. Kommunistische Experimente die sich auf die Theorien des Marxismus beriefen, kosteten üb er 100 Millionen Menschen das Leben.
Marx verneinte Religion, Familie, Staat und Vaterland und somit die Grundlagen menschlicher Gemeinwesen.
Da Marx auch ein gestörtes Verhältnis zu seinen eigenen Wurzeln hatte, ließ er sich tatsächlich zu antijüdischen Äußerungen hinreißen.
So etwa auch in seiner 1844 erschienen Schrift „Zur Judenfrage". Aufgrund dieser Zitate wird Karl Marx auch eine Schlüsselstellung in der antisemitischen Tradition des modernen Sozialismus zugeschrieben.
Solche antijüdischen Triaden lassen sich bei Hindenburg wahrlich nicht finden.
Trotzdem wird in Trier verbissen an der Karl –Marx Strasse festgehalten und die Juso-Hochschulgruppe fordert allen Ernstes die Umbenennung der heimatlichen Hochschule in Karl-Marx – Universität Trier. Was bei SPD und Grünen wohl ideologische Gründe haben dürfte, wird bei Union und FDP wirtschaftliches Kalkül sein. Denn gutbetuchte Parteikader aus Rotchina lassen viel Geld bei ihren Reisen an die Mosel.
Die politische Doppelmoral im Umgang mit historischen Persönlichkeiten wird hier überdeutlich.
Bedauerlicherweise hat Hindenburg und mit ihm der preußische Staatsethos keine parlamentarische Unterstützung im Bezirk Trier.
Doch mit den rheinland – pfälzischen Kommunalwahlen könnte sich das 2009 ändern.