NPD Unterbezirk Heide/Wendland - Die soziale Heimatpartei

Buchbesprechung: Der Globalisierungsgegner - das unbekannte Wesen

Im Buch »Die Globalisierung und ihre Gegner« untersucht ein Politikwissenschaftler auch die Positionen der NPD

Der »Globalisierungsgegner« avancierte innerhalb weniger Jahre zu einer beinahe mythischen Figur, die als Projektionsfläche unterschiedlichster Hoffnungen und Befürchtungen diente.

Der Aufgabe, das unübersichtliche ideenpolitische Feld der Globalisierungskritik zu sichten und zu vermessen, hat sich der Politikwissenschaftler Claus Leggewie in seinem neuem Buch »Die Globalisierung und ihre Gegner« angenommen. Ausdrücklich wird auf den Antiglobalismusder Nationaldemokraten eingegangen.

Für eine durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und den Siegeszug des Neoliberalismus in den neunziger Jahren desillusionierte Linke wurde der Globalisierungsgegner zu einer Art Heilsfigur, einem neuen revolutionären Subjekt, das bewies, daßdas letzte Wort über den Kapitalismus noch nicht gesprochen war. Für den neuen globalistischen und kosmopolitischen »Jet-Set« aus Politikern, Lobbyisten und Managern großer Konzerne sowie die supranationalen Behörden wie Weltbank oder WTO war er ein Schreckgespenst, das die neue Kaste der Superreichen bis ins Mark verunsicherte. Augenfälligster Beweis dafür ist, daß man die gemeinsamen Treffen inzwischen mehr und mehr in Wüsten, unzugängliche Gebirgsregionen oder auf Inseln verlegt, nachdem man sich 1999 in Seattle und 2001 in Genua bei koordinierten, teilweise auch gewalttätigen Demonstrationen der neuen Opposition so verwundbar gezeigt hatte.
Doch der Globalisierungsgegner ist gleichzeitig allen, wirklich allen Seiten suspekt; auch der Linken, da er sich in keine beruhigenden Schemata einordnen läßt: Ist er ein Sozialdemokrat, ein Neomarxist, oder am Ende doch ein Rechtspopulist, gar ein Nationaler? Diese Verunsicherung setzt sich bis ins neueste Buch »Die Globalisierung und ihre Gegner« des Gießener Politologen Claus Leggewie fort, der die wohl erste umfassende Studie in deutscher Sprache zu diesem Thema geschrieben hat. Auch er ist sich darüber im klaren, daß der Einzug des Vorsitzenden des Front National Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl um das französische Präsidentenamt (wohl der größte politische Erfolg eines authentischen Nationalen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg) auch wesentlich dessen Globalisierungskritik geschuldet war. »Das Frankreich der Fabriken, der Handwerker, des Einzelhandels und der Bauernschaft steht hinter mir«, so schilderte Le Pen seine Bataillone in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« vom 24. April 2002; und dies sind auch exakt die sozialen Gruppen, die am negativsten von der Globalisierung betroffen sind.

Nationalisierung der Globalisierungsopfer

Es ist also noch lange nicht ausgemacht, welche politische Richtung den stärksten Auftrieb durch die Globalisierungskritik erhalten wird. Leggewieübergeht die nationalen Globalisierungskritiker auch nicht, sondern widmet ihnen ein eigenes Kapitel, in denen er sie als »strange fellows«, also als »merkwürdige Kumpane« der Anti-Globalisierungsbewegung bezeichnet. NPD und freie Kameradschaften stuft er dabei als »echte Globalisierungsgegner« ein, die sich dadurch von anderen politischen Kräften auf der Rechten deutlich unterschieden: »Zwar pflegen amerikanische Neokonservative und europäische Neoliberale bisweilen eine sentimentale Heimat-Rhetorik, aber im Zweifel sind sie dann doch kapitalfreundliche Internationalisten. Die in vielen europäischen Ländern regierenden Mitte-Rechts-Koalitionen huldigen höchstens einer Schwundform der Globalisierungskritik, indem sie – wie beispielhaft Italiens Premierminister Berlusconi – internationalistische Globalisierungskritik von links zum Feindbild aufbauschen und ihr die Fratze einer neokommunistischen Verschwörung aufsetzen.«
Das stimmt zwar, allerdings stellt Leggewie leider im gleichen Kapitel die Kapitalismuskritik der authentischen Nationalen falsch dar und produziert zum x-ten Male das Ideologem, daß nationale Kapitalismuskritik angeblich bloß eine Art von maskiertem Antisemitismus ist, bei dem darüber hinaus noch eine »starke Korrelation mit rassistischen, sexistischen und antikapitalistischen Einstellungen« vorliegen soll. An dieser Stelle nimmt Leggewie – wie die meisten anderen Linken und Liberalen auch – nicht zur Kenntnis, daß die Kapitalismuskritik des »Neuen Nationalismus« sich selbstverständlich in volkswirtschaftlichen und nicht in rassischen Kategorien artikuliert, oder wie Reinhold Oberlercher es in einem Gespräch mit der Deutschen Stimme im Jahr 2000 ausdrückte: »Die kapitalistische Weltrevolution, die seit 1989 triumphiert, tut dies in den Begriffen von Marx: Ware, Geld, Kapital, Mehrwert, Profit, Zins, Unternehmergewinn, usw. Die antikapitalistische Weltrevolution, die hoffentlich bald in Gang kommt, kann nur als Folge von Nationalrevolutionen gedacht werden.«
Auch an manch anderer Stelle scheint eine Art von antifaschistischem Impuls mit Leggewie durchzugehen, so wenn er behauptet: »Soziale Bewegungen haben immer schon universalistisch und weltumspannend gedacht – das Verhältnis von Kapital und Arbeit war ebensowenig auf ein Land begrenzt wie die Unterdrückung der Frauen oder die Umweltverschmutzung«. Hier möchte man den Gießener Politologen gerne daran erinnern, daß viele revolutionäre Widerstandsbewegungen auf der Welt als explizite Einheimischen- oder Eingeborenenbewegungen entstanden (als Beispiele wären Australien, die Philippinen oder Westafrika zu nennen). Außerdem zeigt sich auch gerade bei der Sozialanalyse der Wählerschaft europäischer Rechtsparteien, daß diese in vielen europäischen Ländern schon längst de facto das Erbe linker Arbeiterparteien angetreten haben.
Aber abgesehen von solchen Schönheitsfehlern ist Leggewie im großen und ganzen eine gelungene Darstellung geglückt, die auch dadurch gewinnt, daß sie im Ton weniger plakativ und populärwissenschaftlich ausfällt als die globalisierungskritischen und in mehreren Auflagen erschienenen Bestseller »Die zehn Globalisierungslügen« von Boxberger/Klimenta und »Die Globalisierungsfalle« von Martin/Schumann. Der Autor hält akademische Distanz zu seinem Beobachtungsobjekt und auch bei der Beschreibung der globalisierungskritischen Bürgerinitiative »Attac«, der der Autor als Sachverständiger in deren Wissenschaftlichem Beirat dient, verfällt er nicht in Kritiklosigkeit.
Gut gelungen ist die Darstellung der »Päpste«der Globalisierungskritik wie Jose Bové, Jean Ziegler, Arundhati Roy, Noam Chomsky oder der im Jahr 2001 verstorbene Pierre Bourdieu, um die teilweise ein regelrechter Führerkult getrieben wird. Es ist schon verblüffend zu erkennen, wie ausgerechnet innerhalb der Linken die Ausrichtung innerhalb der Binnengruppe über die »charismatische Herrschaft« (laut dem deutschen Soziologen Max Weber eine von drei Formen legitimer Herrschaft) von Leitfiguren und die Kraft affektueller Hingabe der Gefolgschaft hergestellt wird.
Neben rechtspopulistischen und nationalistischen Globalisierungskritikern macht Leggewie noch weitere, mehr oder weniger ideologisch homogene Gruppen von Globalisierungsgegnern aus: den hauptsächlich von Nichtregierungsorganisationen getragenen Protest einer eher sozialdemokratisch-reformistisch argumentierenden Linken; die neomarxistische Renaissance einer radikalen existentialistischen Linken, die sich beispielsweise in Theoriezirkeln um das Buch »Empire« von Michael Hardt und Antonio Negri gruppiert; die katholische Globalisierungskritik, die in der Kirche bis zum Papst Unterstützung findet, und die »Insider-Kritik« von Reformern und Renegaten innerhalb des Systems, die inzwischen selbst von Hochkarätern innerhalb des kapitalistischen Überbaus wie dem Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften und ehemaligen Vizepräsidenten der Weltbank Joseph Stiglitz geübt wird. Selbst der »König der Spekulanten«, George Soros, kriegt es mittlerweile mit der Angst zu tun und fordert in Büchern und Artikeln eine bessere Kontrolle der außer Rand und Band geratenen Finanz- und Kapitalmärkte und handelt damit wie ein »Triebtäter, der andere vor sich schützen will und sich elektronische Fußfesseln anlegt«, wie Leggewie es treffend umschreibt.

Wie sieht die nachglobalistische Ordnung aus?

In einem entscheidenden Punkt sind die Globalisierungsgegner allerdings um Welten voneinander getrennt, nämlich in der Frage, wie eine nachglobalistische Ordnung konkret aussehen soll, ein Dilemma, das der Autor wie folgt formuliert: »Theoretische Kritik darf nicht dabei stehen bleiben, rhetorisch auf den,Neoliberalismus‘ einzuschlagen, sie mußeine weltwirtschaftlich einlösbare Zielperspektive formulieren: Zurück zum geschlossenen Handelsstaat, hin zu kleineren, weltoffenen und selbstregulierten Produktionseinheiten oder zum planetarischen Staat mit einer demokratisch kontrollierten Weltregierung?«
Obwohl Leggewie sehr wohl weiß, daß Demokratie und Nationalismus ideengeschichtlich Zwillinge sind – so schreibt er, daß die Gewährleistung demokratischer Legitimation bisher am besten »durch das Ineinsfallen von Nation und Demokratie gewährleistet war« und beklagt die Gefährdung kultureller Vielfalt durch die Globalisierung –, optiert er für eine nebulöse »Weltdemokratie«, die sich seines Erachtens vor allem auf Nichtregierungsorganisationen stützen soll. Dabei weiß Leggewie als Wissenschaftler doch ganz genau, daß diese NROen genau wie die multinationalen Konzerne durch das Fehlen jedweder demokratischer Legitimität gekennzeichnet sind, und leider bleibt er auch eine überzeugende Antwort schuldig, wie das philantrophische und ehrenamtliche Engagement solcher Organisationen die Institutionen eines Staates ersetzen soll?

Nationalstaat statt Weltstaat

Der Nationalstaat ist nämlich die größte denkbare Form der Vergemeinschaftung, die jedem Bürger noch ein gewisses Maß an Teilnahme und ein Bündel an Mitspracherechten und -möglichkeiten gestattet. Ein »Weltstaat« mit sechs Milliarden »Weltbürgern« könnte das Repräsentationsprinzip der Demokratie bestenfalls ad absurdum führen; in ihm würden jedenfalls kleinste Oligarchien von Superreichen und Eingeweihten das Schicksal von Milliarden ohne jedwede Gebundenheit an das Prinzip der Volkssouveränität bestimmen. Da man realistischerweise davon ausgehen muß, daßLeggewies Position innerhalb von Organisationen wie Attac mehrheitsfähig ist, kommt es nun für den »Neuen Nationalismus« darauf an herauszustellen, daß man zwar selbstverständlich die Forderungen von Attac nach einer stabileren internationalen Finanzarchitektur, dem Austrocknen von Steueroasen oder der Reform von Institutionen wie der WTO und der Weltbank unterstützt, daß es sich bei den meisten linken Globalisierungskritikern allerdings um essentielle Globalisierungsbefürworter handelt, die unter dem Schlagwort einer »anderen Globalisierung« den mittlerweile x-ten Anlauf zu einem abermals zum Scheitern verurteilten universalistischen Experiment unternehmen.
Der informative Wert des neuen Buches von Leggewie bleibt trotz seiner politischen Stoßrichtung erhalten, denn wer wissen will, was im Herbst 1999 in Seattle jenseits der Krawallbilder geschah, was sich hinter dem seltsamen Kürzel Attac verbirgt und welche Probleme beispielsweise das TRIPS-Abkommen der Welthandelsorganisation aufwirft, der findet in seinem neuen Buch die Antworten.

Hugo Fischer


08.01.2012
Nachgefragt 2 - Frank Franz
 
08.01.2012, Nachgefragt 2 - Frank Franz
  • Nachgefragt 2 - Frank Franz
22.12.2011
Holger Apfel zum Jahresabschluß
 
22.12.2011, Holger Apfel zum Jahresabschluß
  • Der NPD-Parteivorsitzende Holger Apfel läßt die Ereignisse der letzten Wochen noch einmal Revue passieren und gibt einen Ausblick auf die Schwerpunkte der Arbeit der NPD in den nächsten Wochen und Monaten.

Jetzt NPD-Mitglied werden!

Nachrichtenbrief

Tragen Sie hier Ihre Epost-Adresse ein um unseren regelmäßigen Rundbrief zu empfangen

Eintragen Austragen
"Der gerade Weg ist der kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt."
Georg Christoph Lichtenberg


Kontaktformular

Bitte die mit Stern * gekennzeichneten Felder ausfüllen

Ansprechpartner*
Vorname, Name*, Alter*
Straße*, Hausnummer*
PLZ*, Ort*

E-Mail*
Telefon
Netzseite

Ihr Wunsch

Bitte senden Sie mir Infomaterial zu
Bitte rufen Sie mich an.
eine Einladung zu einem pers. Gespräch
einen NPD-Mitgliedsantrag
einen JN-Mitgliedsantrag
ein Abo der Deutschen Stimme
Ich möchte spenden
Sonstiges

Bemerkungen,
Fragen*

Bitte geben Sie die angezeigte Zahlenfolge ein.
Bitte geben Sie die angezeigte Zahlenfolge ein.

Ihr Weg zu uns

NPD UB Heide/Wendland
Work Postfach: 1871
21308 Lüneburg

Work Tel.: 0176 - 223 249 76
FaxFax: 05193 - 800 425
www.npd-lueneburg.de
ePost:
 
2007 - 2012 © NPD Unterbezirk Heide/Wendland - Alle Rechte vorbehalten | Impressum
Diese Seite wurde 53 mal angezeigt.